Wohngruppe Russee: Alltagsleben

Wie in einer Familie leben zwei PädagogInnen Tag und Nacht mit den Kindern zusammen in der Wohngruppe. Nach einer Woche wechseln die BetreuerInnen mit den anderen beiden. Am Übergabetag sind alle anwesend. Der Betreuungsrhythmus garantiert Kontinuität, pädagogische Dichte und intensive Beziehungen. Bei Bedarf kommt noch eine Fachkraft dazu, so dass die Kinder zu jeder Zeit optimal gefördert werden können.

Der Tag läuft wie ein normaler Familientag ab. Die heilpädagogisch orientierte Sozialtherapie ermöglicht das Training, wie man mit Konflikten umgeht, wie man Probleme löst und wie man Konflikte vermeidet. Die BetreuerInnen geben durch ihr konsequentes Handeln den Kindern die nötige Orientierung. Die Kinder werden in ihrem aktiven Freizeitverhalten gefördert und sind sehr gut im Umfeld (Schulen und Vereine) integriert. 

Morgens beginnt der Tag mit dem gemeinsamen Frühstück vor der Schule. Nach der Schule wird das Mittagessen zusammen vorbereitet und gegessen. Auch für Abräumen und das Saubermachen ist die gesamte Wohngruppe verantwortlich. Danach ist verbindlich Zeit für Hausaufgaben.

Nachmittags wird die Freizeit oft in der Gruppe verbracht, wobei es in Russee kein Muss ist. Meistens sind es sportliche Unternehmungen wie Fußball spielen, Schwimmen, Fahrrad fahren, aber auch Toben, Strandspielen, Baden, Schnitzeljagden.

Über das Medium Sport können beispielsweise Grob- und Feinmotorik, Aggression, Ehrgeiz, Grenzerfahrungen, Erfolge, soziale Erfahrungen, Angstabbau trainiert werden.

Außerdem wird angestrebt, dass jeder Mitglied in einem Verein ist. Die Sportarten werden systematisch betrieben, denn am Ende soll ein Erfolg zu sehen sein: die Teilnahme an Turnieren, eine Urkunde, ein Reiterpass oder ein Schwimmabzeichen.

Zurzeit haben wir Mitgliedschaften in folgenden Sparten: Fußball, Reiten, Bowlen, Klettern und Tischtennis.

Durch die Stadtrandlage und den großen Garten bestehen zahlreiche Möglichkeiten der aktiven Freizeitgestaltung sowohl in der Gruppe wie auch alleine bzw. mit Freunden aus der Schule oder dem Verein.

In den Ferien sind die Kinder bei ihren Eltern, soweit dies möglich und pädagogisch vertretbar ist. In den Sommerferien findet eine mindestens zweiwöchige Ferienfreizeit statt, an der alle Gruppenmitglieder teilnehmen. Ziel dieser Ferienfahrt ist es, sich außerhalb der Einrichtung ohne den Alltagsstress zu erleben. Immer wieder ist deutlich geworden, wie stark der Stressfaktor "Schule" den Alltag bestimmt.